Die einzig wahre Nummer eins

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Krabbe als beste Schülerzeitung Schleswig-Holsteins geehrt
 
Ja, ja, wer hätte das gedacht, unsere gute, alte Krabbe… schon so alt und doch hat sie so viel zu bieten und zählt noch längst nicht zum alten Eisen. Ganz im Gegenteil: So knackig und frisch war sie wohlmöglich noch nie. Und das stellte besonders die Jury fest, welche unserer kleinen Nordseekrabbe ausgesprochen viel Lob zusprach, nachdem wir sie auf eine Reise hinüber an die Ostsee zum Schülerzeitungswettbewerb geschickt hatten. Dieser wäre bei uns allerdings beinahe in Vergessenheit geraten, wenn nicht auf einmal eine erfreuliche Nachricht in einer Flaschenpost durch den Nord-Ostseekanal angespült worden wäre…
Die Krabbe sollte geehrt werden! Mit welcher Platzierung wurde uns allerdings höchst galant verschwiegen und auch die Reporterin der DLZ, die sofort eine Story schnupperte, wusste von nichts, außer einer anscheinend guten Bewertung unserer Schülerzeitung. Die Neugierde trieb Herrn Hansen, Vanessa Greve und mich schließlich doch dazu, unserer kleinen Krabbe nachzureisen, und wir folgten ihr nach Kiel.
Was wir nun erwarteten? Nun gut… im vorletzten Jahr hatten wir mit der Krabbe den 3. Platz belegt und etwas Ähnliches schien uns auch jetzt der Fall zu sein. Doch natürlich ging es bei dieser Veranstaltung nicht nur um die Siegerehrung an sich. Nein. Es sollte natürlich so lange wie möglich spannend für alle Beteiligten bleiben, daher nahmen wir vorerst an verschiedenen Workshops teil. Herr Hansen besuchte den Workshop für betreuende Lehrkräfte und Vanessa und ich lauschten gespannt einem Vortrag über gesetzliche Rechte und Verbote sowie die Regeln zum Copyright. Und wie auch immer dies geschehen konnte… in der nachfolgenden Diskussion (eigentlich über das eben genannte Thema) artete die Situation vollkommen aus und verlor um einiges an Sinnhaftigkeit, als einige Teilnehmer begannen sich über Kopftuchträgerinnen und die darauffolgenden Karikaturen zu streiten und das, während sogar eine Muslima im Raum saß. Vanessa und ich flüchteten.
Wir bevorzugten ein Gespräch mit einem echten Journalisten, der wirklich Interessantes zu erzählen haben musste, da es bei niemandem sonst eine so lange Wartezeit gab. Er berichtete uns von allerlei Dramen, über welche er in naher Vergangenheit geschrieben hatte, und erklärte uns lang und breit, wie man bei Unfällen am sinnvollsten fotografiert. Seine amüsanteste Antwort kam jedoch auf unsere Frage, wie es ihm denn nun in seinem Beruf gefällt und wie sein Alltag so aussieht. Daraufhin erläuterte er uns kurz seinen stressigen Tagesablauf: „Naja, mein Beruf ist schon sehr stressig und anstrengend… ihr müsst euch vorstellen, man kommt morgens um halb zehn in die Redaktion, lässt erst einmal den Kaffee durchlaufen, man ist noch ein bisschen müde… und dann klingelt plötzlich das Telefon und man muss anfangen zu arbeiten. Von einer Minute auf die andere.“
>>………………..<<
Nun denn: Die Siegerehrung am Ende des Tages wurde mit Hilfe einer Musikgruppe und ein paar Amateurkomikern recht hübsch gestaltet und wir waren gespannt, was uns nun erwarten würde. Nachdem dann nämlich endlich die Sonderschulen, die Grundschulen, Schulen für behinderte Kinder, die Hauptschulen, die Realschulen und die Gesamtschulen mit ihren Platzierungen ausgezeichnet worden waren, waren wir an der Reihe. Der 3. Platz wurde aufgerufen und wir freuten uns bereits, dass wir uns um einen gesteigert haben, doch Moment mal, NEIN, es war auch nicht der 2. Platz. Wir fragten uns bereits, warum die Jury uns für einen 4. Platz zur Siegerehrung bestellt hatte. (Da sieht man mal, wie viel Selbstvertrauen wir haben.) Natürlich hatten sie uns nicht umsonst herbestellt, denn wir belegten tatsächlich den 1. Platz, wurden für unsere „Ess O Ess“- Krabbe hoch gelobt und hielten auf einmal einen riesengroßen Scheck und viele Glückwünsche im Arm. Und als ob das nicht schon genug Aufregung gewesen wäre, die man übrigens sogar Herrn Hansen ansehen konnte, verlangte auch noch das Fernsehen ein Interview von uns. (Was, wie ich mich verteidigen muss, vollkommen unvorbereitet warJ.)
Aber im Endeffekt sind wir als Redaktion unermesslich stolz auf unsere kleine Nordseekrabbe, die jetzt sogar ein kleines bisschen berühmt geworden ist…
 
Bettina Lahrssen
 
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