Wie viel Taschengeld ist genug?
Schüler werden von Eltern ganz unterschiedlich unterstützt
Büsum (rd) Am Projekt „Schule macht Zeitung“ haben Schüler der Klasse 10a des Nordsee-Gymnasiums Büsum teilgenommen. Wir veröffentlichen in loser Reihenfolge einige Beiträge.
Als Jugendlicher hat man es nicht leicht. Streit mit den Eltern, Schwierigkeiten in der Schule und dann kann man sich noch nicht einmal das Videospiel kaufen, auf das man so lange gewartet hat. Nie hat man genug Taschengeld. Doch was ist genug, was zu viel und was zu wenig?
Anne schaut in ihr Portemonnaie und sieht eine gähnende Leere. „Schon wieder pleite“, jammert die 14-jährige Schülerin. „Jetzt kann ich am Wochenende nicht mit meinen Freundinnen shoppen gehen.“ Dieses Problem kennen wohl die meisten Mädchen und Jungen in ihrem Alter.
„Die Zeiten, in denen mir meine Eltern alles bezahlt haben, sind jetzt vorbei“, erklärt Anne. „Sie meinen, ich wäre alt genug, um mir mein Geld selbst einzuteilen. Das Problem ist aber, dass es kaum Geld zum Einteilen gibt. 18 Euro im Monat sind einfach zu wenig.“
Laut Statistik hat sie damit sogar Recht. Jugendliche in ihrem Alter sollten 23 bis 26 Euro im Monat als Taschengeld erhalten, 12- bis 13-Jährige 18 bis 20 Euro und die Älteren ab 32 Euro. Doch obwohl rund 80 Prozent aller Jugendlichen unfreiwillig auf vieles verzichten müssten, ergehe es einigen ganz anders. „Meine Eltern haben mir schon früh den richtigen Umgang mit Geld beigebracht“, erzählt der 15-jährige Tim. „Ich kann sehr gut einschätzen, was ich im Monat ausgeben werde, was übrig bleibt und ob die Dinge, die ich mir kaufe, nötig und mein Geld wert sind.“ Sein Freund Felix schaut ihn mit etwas verlegenem Blick an. „Naja, bei mir ist das etwas anders. Ich bekomme zwar nur zehn Euro im Monat, dafür wird mir aber fast alles bezahlt. Klamotten, Kino, Süßigkeiten und gelegentlich sogar das ein oder andere Spiel für meinen Computer – natürlich unter der Voraussetzung, dass es nicht zu teuer ist.“
So viel Disziplin oder Glück haben aber nur die Wenigsten. Daher ist es ratsam, sich zweimal zu überlegen, ob man wirklich eine Markenjeans braucht oder das neueste Handy haben muss. Wer also bedacht mit seinem Geld umgeht, wird auch mit weniger auskommen können. Wer wirklich ehrlich ist, weiß, dass das Geld so manches Mal für unnütze Dinge ausgegeben wird.
Kim Kaspar
aus: DLZ vom 17. Dezember 2009
