Die Macht von Google
Das Internet-Unternehmen ist mehr als eine Suchmaschine
Von Finn Struve
Büsum – Jeder, der Internet kennt, kennt Google. Das ist die erfolgreichste Suchmaschine. Sie ist hauptsächlich dafür bekannt, dass sie schnell, viele und oft zuverlässige Ergebnisse liefert. Google beantwortet inzwischen 80 Prozent aller Suchanfragen der Welt.
Doch schnelle Datenlieferung ist nicht alles, was Google erreicht. Nur wenige wissen, eine wie große Macht Google besitzt. Diese „Macht“ erhält Google durch erworbene Daten und die Anordnung der Informationen, welche der Nutzer sucht. So schafft Google es, nur die Informationen in den Vordergrund zu stellen, nach denen der jeweilige Nutzer sucht. Zudem werden ganze Themen zensiert oder weggelassen. Viele glauben, dass die Suchmaschine jedes Mal das gesamte Internet nach Informationen absucht. Doch in Wirklichkeit speichert Google fast das gesamte Internet in einem Index. Wenn der Nutzer die Suche startet, werden ihm nur Informationen daraus gezeigt. Gespeicherte Daten können nur von Google gelöscht werden. So können auch Daten noch 20 Jahre später im Internet angezeigt werden. Mittlerweile kann man fast jede Person im Internet finden und weiß schon vor einem Treffen alles über sie.
Google bietet noch andere Programme an, wie zum Beispiel Googlemail. Google kann alle Mails der Googlemail-Nutzer lesen und speichern. Um Googlemail zu bekommen, muss man von anderen Personen eingeladen werden. So kennt Google alle Freunde, die einen einladen und von einem selbst eingeladen werden. Ein weiteres Programm ist Google Desktop. Dieses sucht den PC nach Informationen durch. Durch Google Desktop speichert Google wiederum alles Private vom PC auf den versteckten Servern, die in der ganzen Welt verteilt sind. Ganz neu ist Google Chrome OS, ein Betriebssystem. Dieses ist schnell, weil die privaten Daten nicht mehr auf dem unerreichbaren PC gespeichert werden, sondern im Internet.
Google verdient zirka 1,5 Milliarden Dollar im Jahr, 90 Prozent davon durch Werbung. Die Daten werden genutzt, um Kaufverhalten und Vorlieben der Nutzer herauszufinden und so bestimmte Informationen an Wirtschaftsmächte weiterzuverkaufen.
aus: DLZ vom 02. März 2010
