Süchtig nach der Zigarette
Schon viele Kinder und Jugendliche rauchen regelmäßig
Von Katharina Umlandt
Büsum – Anfang des Jahres gingen schockierende Bilder aus China um die Welt: Ein etwa vierjähriger Junge steckt sich vor laufender Kamera eine Zigarette an.
„Mach an, mach die Zigarette schon an“, befürworten die umstehenden Erwachsenen den kleinen Jungen. Der zögert nicht lange, steckt sich lässig die Zigarette in den Mund und macht gekonnt das Feuerzeug an. „Und, wie schmeckt die Zigarette?“, fragen die Erwachsenen unter großem Gelächter. „Großartig, super geil“, lässt der Junge die Menge wissen.
Auch in Dithmarschen gibt es Kinder und Jugendliche, die mehrmals täglich zur Zigarette greifen. Was für Schäden sie in ihrem eigenen Körper dadurch anrichten, berücksichtigen sie zunächst nicht, aber bei wenigen kommt dann doch eine späte Einsicht.
Warum raucht man? Was soll das für ein Kick sein? Fühlt man sich mit Nikotin denn so viel wohler, dass es unbedingt nötig ist? Warum muss diese zerstörende Droge auch schon für Kinder ansprechend sein? Ein Leben ohne das nervige Laster wäre doch viel leichter. Es ist eine viel zu teure und ungesunde Angewohnheit. Warum schmeißen Kinder lieber für Zigaretten ihr Geld aus dem Fenster, statt etwas Sinnvolles damit anzufangen?
„Ich habe mit zehn Jahren angefangen zu rauchen, weil es meine damals 15-jährige Schwester und ihre Freunde getan haben. Ich empfand es als cool, doch das war es nicht. Fang bloß nicht an damit“, schildert ein 17-jähriges Mädchen, das seit seit Jahren raucht und es zutiefst bereut. „Natürlich habe ich versucht aufzuhören, aber ich bin immer wieder gescheitert und jetzt habe ich darauf keine Lust mehr. Ich bleibe einfach dabei, wenn, dann ist meine Lunge jetzt schon beschädigt. Da kann ich auch nichts mehr ändern.“ Andere sagten, dass sie es einfach mal ausprobieren wollten, und es ihnen gefallen hat. Gesundheit? Wen interessiert’s!
Eltern müssen mehr Acht auf ihre Kinder geben, es kann doch nicht sein, dass Kinder schon mit zehn Jahren anfangen zu rauchen Natürlich kann man als Mutter oder Vater nicht überall ein wachsames Auge haben, doch sie sollten sich für die Bedürfnisse und Probleme der Kinder mehr interessieren und auf sie eingehen.
Bei vielen beginnt es mit einem harmlosen Probieren, einmal beim Freund ziehen, oder durch Gruppenzwang, doch das hat verheerende Folgen und führt schließlich zur Sucht. Man muss doch nicht alles machen, was die anderen tun, nur um dazu zu gehören oder „cool“ zu sein.
aus: DLZ vom 02. März 2010
