Alles, nur kein Normalo sein

Punk: Eine Szene voller Vorurteile

Von Vanessa Greve
 
Büsum – „Du bist kein Normalo, also wirst du abgestempelt“, lautet das Motto unserer heutigen Gesellschaft. Die Menschen um uns herum sehen nur noch das Äußere und bilden sich ihre Meinung. Sie sehen das, was sie sehen wollen.
So ergeht es auch den Punks. Sie seien dreckige Straßengammler und dauerhaft betrunken, so einige unserer Mitschüler. Du bist Punk, also du bist du asozial. Doch ist das wirklich der Fall? Punks betonen das Hässliche, sie wollen abschrecken und provozieren, doch das offenbart nicht automatisch ihren Charakter.
Einige, die nichts mit Punk anfangen können, haben die üblichen Vorurteile. Punks seien brutal und würden stinken, darüber hinaus hätten sie alle keine Arbeit. Doch das entspricht nicht den Fakten. Eine Minderheit der Punks ist arbeitslos, doch es gibt auch die „Working Class Punks“. Punk ist eben nicht gleich Punk.
Punks haben ihre eigenen Ansichten und ihr eigenes Denken, so wie jeder von uns. Doch bei ihnen wird es als asoziales Verhalten dargestellt, wenn sie ihre Meinung kundtun, nur weil manche von ihnen bunte Haare haben oder einen Irokesenschnitt tragen?
Hat jemand mal einen Punk gefragt, warum er diese Musik hört? Ich habe das getan und mich hat das Ergebnis nicht überrascht. Die Befragten haben mir erklärt, dass sie die Texte für sinnvoll halten und die Musik nicht nur auf das Kommerzielle aus ist. Ein Befragter hat darüber hinaus gesagt, dass er sich nicht kontrollieren lassen möchte und sich von dem Rest der Gesellschaft abheben möchte. Und darauf hat doch jeder ein Recht.
Punk bezeichnet in unserer Umgebung stets etwas Heruntergekommenes und Minderwertiges und dies bekommen Punks auch zu spüren. Blicke sagen mehr als 1000 Worte und doch reichen manchen Menschen die Blicke nicht mehr aus, um ihren Mitmenschen klarzumachen, was sie von ihnen halten.
„Such dir Arbeit. Du bist asozial. Die Musik macht dich aggressiv“, sind nur einige der Anschuldigungen. Das Recht unsere Meinung zu vertreten haben wir alle, doch muss es so geschehen? Meiner Meinung nach nicht, aber das ist wohl in unserer Gesellschaft so.

aus: DLZ vom 02. März 2010

 

Die Ergebnisse der Online-Befragung zur Evaluation der Doppelstunden liegen vor:

Befragung der LehrerInnen

Befragung der SchülerInnen

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