Wenn Kinder Kinder kriegen

Gründe für frühe Schwangerschaften

Büsum – Lena Bonde vom Nordseegymnasium in Büsum hat sich mit einem Thema vor allem für junge Mädchen beschäftigt. Eigentlich leben Teenager ihren normalen Alltag. Sie gehen zur Schule oder stecken mitten in ihrer Ausbildung. Sie haben ihre Hobbys, treffen sich mit Freunden und sind auf dem Weg zum Erwachsenwerden.
Dann kommt die erste Liebe, der erste Freund und das erste Mal. Doch wissen Teenies genug über Sex, Verhütung und mögliche Folgen? Warum passiert es jährlich rund 13 000 Teenagern in Deutschland: Sie schlafen mit ihrem Freund, die Regel bleibt aus und der Schwangerschaftstest ist positiv. Ein Unfall mit katastrophalen Folgen.
Sie sind doch eigentlich selbst noch Kinder und an das Kinderkriegen sollten sie noch nicht denken. Jedoch steigt die Zahl der schwangeren Minderjährigen kontinuierlich. Von den 13 000 Teenagerschwangerschaften werden laut Angaben des statistischen Bundesamtes zirka 7000 abgebrochen. Die Gründe für so frühe Schwangerschaften sind unterschiedlich. Entweder wird nicht verhütet oder das Verhütungsmittel falsch angewendet. Auch Schüchternheit, Leistungsdruck unter Jugendlichen, nicht vorausschauendes Handeln, Alkohol- und Drogenkonsum, zu wenig oder zu schlechte Aufklärung sind Anlässe für verfrühte Schwangerschaften.
Aber nicht alle Schwangerschaften sind ungewollt. Einige Teenager träumen von einem Baby. Sie wünschen sich, erwachsen zu werden und denken, sie haben keine weiteren Perspektiven. Einige Mädchen und Jungen sind wiederum einfach naiv und erhoffen sich Geborgenheit, Liebe und eine langfristige Bindung an den Partner.
Über die Entscheidung für oder gegen das Baby sollte gut nachgedacht werden. Die Zukunft des Babys und der Eltern sollte gesichert sein. Auch über die Konsequenzen für das Kind, die Mutter und die anderen Familienmitglieder sollte man sich bewusst sein.
Einer Umfrage an unserer Schule zufolge, würden sich die meisten Schülerinnen der siebten bis zehnten Klasse für eine Abtreibung oder eine Adoption entscheiden. Erst ab der elften Klasse glauben die Mädchen, eine so große Verantwortung übernehmen zu können. Verständlicherweise sollten auch die Jungen pflichtbewusst sein und Fürsorge zeigen. Ihre größten Sorgen sind dementsprechend zum Beispiel die finanziellen Optionen, Zukunftsängste und natürlich auch der Schulabschluss. Denn es werden nicht alle Lehrer Verständnis haben, und so kann auch das Abitur für werdende Eltern schwerer sein.
Letzten Endes sei es jedem Teenager zu wünschen, erst erwachsen werden zu können und in einigen Jahren Mutter zu werden. Denn durch ein Baby wird die eigene Entwicklung unterbrochen und die Zukunft unsicher.

aus: DLZ vom 03. März 2010

 

Die Ergebnisse der Online-Befragung zur Evaluation der Doppelstunden liegen vor:

Befragung der LehrerInnen

Befragung der SchülerInnen

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