Im Kampf gegen den eigenen Körper

Die Essstörung Bulimie ist nicht heilbar

Von Laura Ehnold, Klasse 10 a, Nordsee-Gymnasium Büsum
 
Büsum – In Deutschland leiden bis zu drei Prozent der Menschen im Alter von 15 bis 35 Jahren an einer Bulimia Nervosa. Ich habe mit einem an Bulimie erkrankten Mädchen gesprochen.
Es fing alles damit an, dass sie eine Operation am Arm hatte, dadurch nahm sie von selbst ab. Sie war nicht dick, nur ein wenig kräftig. Der Gewichtsverlust brachte ihr einen „Aha-Effekt“, und so begann das Mädchen, seine Ernährung umzustellen. Fettige Lebensmittel wie Pommes oder Pizza kamen auf die Tabu-Liste. Nach und nach setzte sie sich nach ihren erreichten Zielen immer wieder neue. Ihr letztes Ziel war, ein Gewicht von 45 bis 50 Kilogramm zu erreichen und das bei einer Größe von 1,82 Meter. Für sie selbst war es keine Essstörung.
Sie sah ihr Spiegelbild nicht so, wie es wirklich war und hielt sich immer noch für zu dick. Um seine Diät zu verbessern, informierte sich das Mädchen im Internet. Andere Menschen aus ihrem Umfeld fanden sie beängstigend dürr.
Nach einiger Zeit machten sich Veränderungen, wie starker Haarausfall bemerkbar. Außerdem hatte sie vier Monate lang ihre Menstruation nicht mehr. Ihr wurde die Essstörung erst richtig bewusst, als ihre Mutter sie beim Erbrechen erwischte und ihr zu einer stationären Therapie im Westküsten-Klinikum (WKK) Heide riet. Das Mädchen wehrte sich vehement dagegen, die Krankheit anzuerkennen, bis ein Beratungsgespräch mit der Therapeutin Aufklärung brachte. Die Schockdiagnose lautete: „Wenn du so weiter machst, bist du in zwei Monaten tot“. Letztendlich war die Therapie freiwillig, da es sich im WKK um eine offene Psychiatrie-Station handelt. Der Tag im WKK fing mit einem gemeinsamen Spaziergang durch den Park an. Danach folgte das Frühstück, und jeder ging zu seiner Therapie. Zu den Essenszeiten galt Anwesenheitspflicht. Am Wochenende durfte sie nach Hause. Nach einiger Zeit nahm sie zu. Nach zehn Wochen galt das Mädchen als stabil und wurde entlassen. Für diese Krankheit gibt es keine Heilung, sie wird die Betroffenen ein Leben lang begleiten; meistens tritt sie in Stresssituationen wieder auf.
Auch dieses Mädchen hatte Rückfälle. Wenn sie merkte, dass der Heißhunger kam, auf den das Erbrechen folgt, stieg sie in ihr Auto und fuhr weg. Heute kann sie immer noch nicht für sich kochen und schafft es nicht, regelmäßig zu essen. Jedoch kann sie manchmal den Gedanken, sich dick zu fühlen, ablegen. Auch jetzt bemerkt sie noch die Spätfolgen ihre Krankheit.

aus: DLZ vom 04. März 2010

 

Die Ergebnisse der Online-Befragung zur Evaluation der Doppelstunden liegen vor:

Befragung der LehrerInnen

Befragung der SchülerInnen

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