Es weihnachtet schon sehr

Da ist sie wieder, die schönste Zeit des Jahres: Adventszeit! Wir müssen Plätzchen backen und diese wieder aufessen, Geschenke besorgen und hübsch verpacken, zum Weihnachtsmarkt, zum Weihnachtsball, alle Freunde und Verwandte besuchen, die man das ganze Jahr sonst nicht sieht und vieles mehr. Bitte vergesst dabei aber nicht die Schule! Endspurt in Richtung Halbjahres-Zeugnisse!

Plietsch am Beach

Schule am Meer setzt sich ein für saubere Strände in Dithmarschen

Mit dem Projekt „Schluss mit Plastik – unsere Nationalparkschule räumt auf“ hat die Büsumer Grundschule im Oktober 2018 den Wettbewerb „Plietsche Lüüd“ gewonnen und ein Preisgeld in Höhe von 1.500 € erhalten. Mit diesem Geld finanziert die Schule am Meer (SaM) nun weitere Aktionen und Projekte, die dem Umweltschutz und insbesondere dem Schutz und Erhalt des Nationalparks Wattenmeer dienen. Auch am Standort Otto-Johannsen-Straße beschäftigen sich die älteren Schüler mit diesem Thema. Biologielehrerin Dr. Kirstin Poremba hat dazu gemeinsam mit ihren Schülern das Projekt „Meer Plastik frei – Wir sind dabei“ initiiert, mit dem die SaM kurz vor Ferienbeginn bei der Verleihung des Umweltpreises des Kreises Dithmarschen den ersten Platz belegte. Somit befassen sich die Büsumer Schüler klassenübergreifend und zudem altersgerecht mit sämtlichen Aspekten rund um den Naturschutz, die Vermeidung der Vermüllung der Meere und die Gefahren von Mikroplastik.

Das Jubiläum „10 Jahre Weltnaturerbe Wattenmeer“ nahmen die Grundschüler nun zum Anlass für eine besondere Aktion: Plietsch am Beach. Bereits im April arbeiteten die Kinder der dritten und vierten Klassen zwei Tage an einem Kunstprojekt. Unterstützung erhielten sie dabei von Lehrerin Doris Hahn und Künstlerin Inge Nagel. In Vorbereitung auf dieses Projekt sammelten die Schüler Müll am Strand. Für das Kunstwerk wurden verschiedene Gegenstände ausgewählt. Jeder kleine Künstler bekam ein Stück einer Collage, auf dem der weggeworfene Gegenstand aufgeklebt wurde. Zudem war es der Kreativität des einzelnen Schülers überlassen, weitere Objekte zu malen. Nachdem alle Collagenteile bemalt und beklebt waren, haben Inge Nagel und Doris Hahn sie auf vier große Platten geklebt. Zusätzlich hat Andrea Vanselow, Leiterin des Grundschulteils, die Verrottungsdauer der einzelnen Objekte recherchiert und mit den Kindern darüber gesprochen. Es wurden anschließend Detailbilder vom Gesamt-Kunstwerk gemacht. Mit diesen Bildern erstellte Heike Dorn, Vorsitzende des SaM-Fördervereins, ein Layout und veranlasste den Druck großformatiger, wetterfester Infotafeln. Diese informieren nun die Strandbesucher in Büsum und einigen umliegenden Gemeinden, um die Touristen sowie auch die Einheimischen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Müll zu sensibilisieren. In Büsum zieren sie nun die vier Treibgut-Boxen am Strand.

Stolz auf ihr Kunstwerk haben die beteiligten Schüler am 26. Juni 2019 nun Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje und Tourismuschef Olaf Raffel eine dieser Infotafeln überreicht. An diesem Tag fand am Hauptstrand ein buntes Programm zum 10. Geburtstag des Wattenmeers statt. Die Kinder und einige Lehrkräfte waren ausgestattet mit gleichen T-Shirts im „Plietsch-am-beach-Design“, die von privat gesponsert waren.

Andrea Vanselow ist überzeugt, dass diese Aktionen und Projekte dazu beitragen, dass die Heranwachsenden frühzeitig lernen, die Natur zu schützen und Müll, insbesondere Einwegverpackungen, so gut es geht zu vermeiden. „Uns geht es ja darum, dass jeder Einzelne einen bewussteren Umgang mit Plastik-Artikeln entwickelt und beginnt sein eigenes Konsumverhalten kritisch zu reflektieren. Die Kinder sollen schon sehr früh ein Gespür dafür entwickeln, dass jeder Einzelne Vorbild sein und seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann. Daher wollen wir auch in der Schule noch bewusster darauf achten, weniger Plastik in den Umlauf zu bringen, zum Beispiel mit folgenden Maßnahmen: Weniger Heftumschläge verwenden, Mehrweggeschirr bei schulischen Veranstaltungen nutzen, weniger Plastik-Getränkeflaschen benutzen“, erläutert Vanselow. Dankbar ist sie für die Unterstützung seitens des Fördervereins, vor allem von der Vorsitzenden Heike Dorn, und von Inge Nagel.

Text: Claudia Brandt

Fotos: Claudia Brandt, Andrea Vanselow

Der Herbst ist da!

Der Herbst ist da, bitte denken Sie daran, Ihren Kindern wetterfeste Kleidung mitzugeben (evtl. Wechselkleidung). Wir lassen uns von Sturm und Regen nicht aufhalten!

 

Foto: Thorsten Frenzel auf Pixabay 

Dr. Meeno Schrader referiert in Büsum zum Thema „Klimawandel“

Am liebsten wäre er sicherlich mit dem Fahrrad von Kiel an die Westküste geradelt, denn der Dipl.-Meteorologe nimmt es selbst sehr genau mit dem Umweltschutz. Doch ein ungemütliches Wetter und ein voller Terminkalender ließen dies nicht zu. Heike Dorn, erste Vorsitzende des Fördervereins der Schule am Meer (SaM) war es gelungen, den Wetterexperten für den Vortrag „Der Klimawandel und seine Folge“ zu gewinnen. 170 Schüler aus den Klassenstufen 8 bis 11 waren in Begleitung ihrer Lehrer morgens ins Watt’n Hus gekommen, um sich zu diesem wichtigen Thema zu informieren. Am Abend hielt Dr. Schrader denselben Vortrag für die Öffentlichkeit in einem restlos ausverkauften Saal des Watt’n Hus.

Zu Beginn der Veranstaltung für die Schüler gab es Grußworte von Schulleiter Dr. Ulrich Bleckwehl, Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje und von Heike Dorn im Namen des Fördervereins. Dr. Bleckwehl verwies auf die zahlreichen Projekte, die bereits von den Klassen der SaM, welche Nationalpark-Schule ist, durchgeführt werden. Außerdem freute er sich, dass diese Veranstaltung sich gut einfüge in die Serie der akademischen Vormittage. Er dankte Heike Dorn für die Organisation und die großzügige finanzielle Unterstützung seitens des Fördervereins. Einen Dank sprach er auch Bürgermeister Lütje für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und Tourismuschef Olaf Raffel und seinem Team für die Unterstützung vor Ort aus.

Bürgermeister Lütje verwies darauf, dass Klimaschutz, Umweltschutz und Naturschutz sehr wichtige Themen seien. Er begrüße die Bewegung „Fridays for Future“. Allerdings betonte er, dass die jungen Leute nicht nur hingehen und Schilder hochhalten sollten. Umweltschutz müsse seiner Meinung nach gelebt werden.

Ein Lob für die Schüler der SaM gab es von Heike Dorn. Auch sie zählte auf, was an der Schule schon alles getan wird, zum Beispiel Müll sammeln am Strand und die Projekte „Schluss mit Plastik“ und „Mut zur Wildnis“.

 

Zu Beginn seines Vortrags erzählte Dr. Meeno Schrader, dass er sein Hobby zum Beruf gemacht habe, denn als Segler hatte er schon immer reges Interesse an Meteorologie. Er berichtete, dass zunehmend weniger Menschen die Existenz des Klimawandels leugnen. Er sieht dies vor allem darin begründet, dass es in den Jahren 2017/18 weltweit Wetterextreme gab. Dazu zähle unter anderem Hurrikan „Ophelia“, der im Oktober 2017 südwestlich von Irland auftrat. Es war der erste Wirbelsturm in Europa. Dass im Februar 2019 selbst in Schleswig-Holstein eine Temperatur von 17,4° C erreicht wurde, entspreche auch nicht der Norm. Sintflutartiger Regen mit Sturzbächen in der Nähe von Hamburg reihen sich seiner Meinung nach wie Teile eines Puzzles ein. Selbst die Medien, die bislang über den Klimawandel im Konjunktiv berichteten, würden aktuell stets den Indikativ verwenden.

Dr. Schrader sprach vom Treibhauseffekt und dem globalen Temperaturanstieg. „Die Atmosphäre hat Fieber“, sagte er. „Und gegen Fieber sollte man etwas tun.“ Seinen Ausführungen zufolge war 2014 weltweit das wärmste Jahr. 2018 war in Deutschlang das wärmste Jahr. Für Deutschland prognostiziert er aufgrund des kontinuierlichen Temperaturanstiegs weniger kalte und kürzere Winterperioden. Schnee in Massen werde es in Schleswig-Holstein kaum noch geben. Auf die Landwirtschaft und die Vegetation haben die Extreme wie Dürre, Jahrhundertfluten oder auch golfballgroße Hagelkörner gravierende Auswirkungen. Ernteausfälle seien vorprogrammiert.

Auch der Meeresspiegelanstieg ist enorm: + 20 cm in den letzten 100 Jahren. Er könnte, wenn nicht genug Maßnahmen ergriffen werden, in den nächsten 100 Jahren um 50 bis sogar 150 cm ansteigen. Eine schwerwiegende Folge dessen sei die Versalzung des Grundwassers. Dies sei ein weltweites Problem für alle Küstenbewohner, wobei Schleswig-Holstein die finanziellen Mittel und das Know-how habe, um etwas für den Küstenschutz zu tun, beispielsweise durch die Erhöhung der Deiche. Viele Küstenorte im Ausland seien dazu nicht in der Lage. Tatsache sei, dass Wasser- und Nahrungsmangel zu Kriegen führen.

Für den Tourismus in Schleswig-Holstein habe der Klimawandel Licht- und Schattenseiten. Einerseits genießen die Feriengäste eine längere und wärmere Saison, was für die Vermieter höhere Einnahmen bedeute. Andererseits werde der Strand dezimiert, gebe es immer mehr Quallen und Algen und werde es zunehmend zu extremen Wetterlagen kommen.

Als Hauptverursacher des Klimawandels sieht er den Menschen. Doch statt sich nur anzupassen, empfiehlt der Wetterexperte, eine deutliche Kehrtwende in allen Bereichen, zum Beispiel in der Energiewirtschaft, im Verkehrswesen, in der Industrie oder auch in der Wirtschaft. Darüber hinaus solle künftig jeder einzelne sein Konsumverhalten ändern. „Nur das ist unsere Chance“, betonte Dr. Schrader. Am Ende seines Vortrags gab er dem Publikum dazu einige Tipps mit auf den Weg: Ökostrom beziehen, öfter Fahrrad statt Auto, Flüge vermeiden, weniger Fleisch essen, regionale Produkte ohne Umverpackungen, Treppe statt Aufzug, kürzer duschen und keine Geräte im Standby-Modus lassen.

Text: Claudia Brandt

Fotos: Claudia Brandt, Heike Dorn

Nächste Termine

  • 15 Nov
    Haussammlung für die Tombola bei der Schulweihnachtsfeier der GS am 18.12.2019 08:30 bis 09:30
  • 18 Dez
    Weihnachtsfeier der SaM in der Mehrzweckhalle Ganzer Tag
  • 23 Dez
    23.12.2019 - 06.01.2020 Weihnachtsferien in Schleswig-Holstein Ganzer Tag